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Strategiepapier der JuLis Pforzheim/Enzkreis zum Thema "Wettbewerbsfähigkeit deutscher Hochschulen im internationalen Vergleich" PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, 02. April 2008 um 00:00
  • Studierenden sollte schon in der Oberstufe ein sinnvoller und selbständiger Umgang mit Wissen vermittelt worden sein. Da dies aber oft nicht geschieht, müssen die deutschen Hochschulen eine einjährige Orientierungsphase für selbständiges Lernen ("Lernen lernen") einführen. Nur so kann Wissen und eine gute Lehre auch gedeihen.

  • Hochschulen sollen noch aktiver Drittmittel generieren und auch ein Sponsoring ist in einem vertretbaren Rahmen durchaus sinnvoll. Allerdings steht die Unabhängigkeit der Wissenschaft im Vordergrund und diese darf durch nichts gefährdet werden.

  • Alle deutschen Hochschulen sollten nach wirtschaftlichen Kriterien geführt werden. Dabei sollen "Gewinne" im Sinne von hervorragenden Dozenten, erfolgreichen Absolventen, bahnbrechenden Erkenntnissen oder auch Nobelpreisen als Anerkennung für hervorragende Arbeit angestrebt werden. Eine demokratische Struktur und das Beibehalten gewachsener Strukturen müssen aber ebenso gewährleistet sein.

  • Das rein liberale Marktmodell, das Bildung als "Ware" ansieht, die "konsumiert" werden kann, versagt in wesentlichen Punkten. Oftmals suchen Studierende die Universität nicht nach rationalen oder ökonomischen Gesichtspunkten aus, sondern wollten dort studieren, wo sich Freunde, Familie und das Umfeld bewegen. Hier versagt der Marktmechanismus und es muss nach anderen Lösungen gesucht werden. Die Erarbeitung adäquater Lösungen stellt eine Herausforderung unserer programmatischen Arbeit für die Zukunft dar.

  • Die Einführung von nachgelagerten Studiengebühren wird als sinnvoll erachtet, da somit den Hochschulen zusätzliche Geldmittel zur Verfügung stehen und lang aufgeschobene Investitionen in die Infrastruktur der Hochschulen endlich getätigt werden können. Die Nachlagerung der Studiengebühren soll diese sozial verträglicher machen.

  • Alternativ hierzu werden auch nachgelagerte Studiengebühren als der falsche Weg erachtet, da diese höchst sozial selektiv sind. Der Staat darf sich im Bereich der Bildung nicht aus seiner Verantwortung stehlen und muss die Bildungsbudgets deutlich anheben. Diese Erhöhung ist als Investition in die Zukunft zu sehen und wird sich mehr als auszahlen. Bildung ist ein hohes Gut, das jedem zusteht. Hier muss der Staat endlich handeln!

  • Das deutsche Stipendienwesen muss überarbeitet und deutlich verbessert werden, damit weitere (finanzielle) Hürden eines Hochschulstudiums abgebaut werden.

  • Wir als Junge Liberale sind generell gegen die Einführung von noch mehr Regelungen und Gesetzen. Allerdings erachten wir es als sinnvoll, dass sich der Staat nicht nach und nach aus Verantwortung für die Finanzierung der Hochschulen zurückzieht, wie dies schon im Ansatz erkennbar ist. Wehret den Anfängen! Diesbezüglich muss ein Gesetz verabschiedet werden, das klipp und klar die staatliche Aufgabe im Bildungswesen und somit auch im Bereich der Hochschulen festlegt. Somit ist eine weitere Finanzierung öffentlicher Hochschulen durch den Staat gesichert.

  • Hervorragende Leistungen und überdurchschnittliche Qualität von Hochschulen müssen durch zusätzliche Vorteile belohnt werden. Hierzu bietet das CHE einige gute Ansätze, die im Detail noch recherchiert und durchdiskutiert werden müssen. Dies ist eine weitere Aufgabe unserer zukünftigen programmatischen Arbeit.
(JoGö)
 

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